Warum wir etwas verändern wollten
Gespräche, die bewegen, statt Fragebögen, die abarbeiten – das war unser Ziel. Wir wollten eine Form, die ehrliche Dialoge ermöglicht, Begegnungen erleichtert und ohne „schulmeisterliches“ Notenverteilen auskommt. Die klassische Mitarbeitendenbeurteilung (MAB) mit seinem starren Rahmen passte dazu nicht mehr – gefragt war ein Format mit mehr Raum für das, was wirklich zählt: persönliche Anliegen und individuelle Entwicklung.
Die Grundlage: unsere Zusammenarbeitsgrundsätze
Die Basis für das neue Format waren unsere Zusammenarbeitsgrundsätze. Sie wurden in interdisziplinären Workshops quer durch alle Stufen erarbeitet und geben Orientierung im Alltag, stärken die Kultur und bilden die Grundlage für ein gutes Miteinander. Gerade weil sie gemeinsam entwickelt wurden, sind sie mehr als ein Leitfaden: Sie sind gelebte Praxis. Und genau deshalb lag es nahe, sie auch ins neue Mitarbeitendengespräch einzubinden.
Inspiration und Eigenentwicklung
Angestossen hat uns ein Blick über den Tellerrand: Das Kinderspital Zürich revolutionierte 2019 seine Standortgespräche mit einem Kartenset. Wir haben die Idee aufgenommen – und ein eigenes Set entwickelt, das perfekt zur Diakonie Bethanien passt.
Unser System – Karten mit Wirkung
Unser Kartenset umfasst 25 Karten, die in drei Kategorien eingeteilt sind:
- vorbereitende und unterstützende Karten
- Karten zur Führung
- Karten zur Mitarbeit
Dazu kommen drei magnetische Boards – für Selbstreflexion, Feedback an Mitarbeitende und Feedback an Leitende. Ein kleines Krönchen 👑 markiert besondere Qualitäten – und kann auch uns selbst verliehen werden. Wertschätzung hat so immer ihren Platz.
Testphase und Rückmeldungen
Wir starteten mit einer sechsmonatigen Test- und Übergangsphase bis ins erste Quartal 2024. In dieser Zeit sammelten wir das Feedback aller Mitarbeitenden, werteten es aus und optimierten die Karten. Seit Sommer 2024 führen wir alle Gespräche ausschliesslich mit dem neuen Set.
Die Feedbacks motivieren: „Cool, dass unsere Zusammenarbeitsgrundsätze jetzt auch in den Mitarbeitendengesprächen (MAG) eingebunden sind.“ „Es gefällt mir, dass man auch der Leitung offen Rückmeldungen geben kann.“
Von der jährlichen Pflicht zum kontinuierlichen Austausch
Das neue Format passt zum heutigen Verständnis von Führung und Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterstützt es den Trend zu Instant-Feedback: weg vom einen grossen Gespräch pro Jahr – hin zu häufigeren, kleineren Dialogen.
HR-Leiterin Salomé Egloff bringt es auf den Punkt: „Mit der neuen Form rücken wir die Themen in den Mittelpunkt, die unseren Mitarbeitenden wirklich wichtig sind. Die Karten machen die Gespräche lockerer und erleichtern das Teilen von Gedanken – auch für jene, die sprachlich manchmal an Grenzen stossen, sei es wegen ihrer Deutschkenntnisse oder im Ausdruck“.
Fazit: Rückmeldungen und Standortgespräche als Leuchtturm
Ein Leuchtturm ohne Licht weist niemandem den Weg – genauso wenig gelingt Entwicklung ohne Feedback. Mit unserem Kartenset haben wir ein Werkzeug, das Orientierung gibt, Austausch erleichtert und ehrliche Gespräche fördert – gerade dann, wenn es nicht nur einfache Themen sind.
Denn: „Zusammenarbeit“ und „Gespräch“ gehören für uns untrennbar zusammen. Wenn beides gelingt, entsteht eine Kultur, in der Entwicklung selbstverständlich ist – für jede und jeden von uns.